„Besser Leben mit COPD“

Das Selbstmanagement Coaching Programm für Patienten mit COPD

Ziel: Aktives Mitwirken und gesundheitsförderndes Verhalten

Das Programm „Besser Leben mit COPD“ hat das Ziel, das aktive Mitwirken der Betroffenen bei der medizinischen Behandlung zu verbessern und ihre Fähigkeit und Verhaltensweisen zum selbstverantwortlichen Umgang mit ihrer Erkrankung (Selbstmanagement) zu stärken.

Der COPD-Patient kann Wissen, Fertigkeiten und Kompetenzen erwerben und so in die Lage versetzt werden, informierte Entscheidungen bezüglich seiner Lebensführung zu treffen, Zielsetzungen und Strategien zur Problemlösung zu definieren und die Zuversicht aufzubauen, diese Kompetenzen im Alltag anwenden zu können. Dadurch kann der Patient als aktiver Partner von seinem Betreuungsteam in der bestmöglichen Krankheitsbewältigung  „als mündiger Patient“ unterstützt werden, die  Auswirkungen der chronischen Erkrankung auf sein Leben besser bewerkstelligen zu können.

Geführtes Selbstmanagement ist bei einer chronischen Krankheit wie der COPD keine Behandlungsoption – Es ist ein zentrales Behandlungsziel.


Bessere Lebensqualität und weniger Krankenhausaufenthalte und Notfallkonsultationen

Das kanadische Originalprogramm „Living well with COPD“ wies im Rahmen einer einjährigen, multizentrischen, randomisierten klinischen Studie nach, dass sich die Lebensqualität der an COPD erkrankten Menschen nach der Schulung massgeblich verbesserte. Krankenhausaufenthalte sowie Konsultationen in den Notaufnahmen reduzierten sich um 40 Prozent.  Wir haben das kanadische Programm für die Schweiz übersetzt und adaptiert. Auch wir konnten wie die Originalstudie und  weitere Studien klinisch relevante Effekte auf die Lebensqualität und eine deutliche Reduktion der Exazerbationen, Notfallkonsultationen und Hospitalisationen nachweisen.


COPD - Aktionsplan

Ein zentrales Dokument ist der für jeden Teilnehmenden individuell zugeschnittene COPD-Aktionsplan zum rechtzeitigen Erkennen und richtigen Handeln bei einer Verschlechterung. Der Patient mit COPD wird befähigt den Aktionsplan korrekt umzusetzen und so ein sicheres und erfolgreiches Selbstmanagement Verhalten zu erlangen.

Das Programm findet unter der fachlichen Leitung einer Lungenfachärztin statt. Weiter besteht das interdisziplinäre Team aus einer speziell auf pulmonale Krankheitsbilder und in der Technik der motivierenden Gesprächsführung ausgebildeten Physiotherapeutin (PRT+) sowie ebenfalls spezifisch ausgebildeten medizinischen Praxisassistentinnen, die unter anderem auch die proaktiven -Erhebungen übernehmen. Die Patienten werden ermuntert, Angehörige, wichtige Bezugspersonen oder auch andere betreuende Fachpersonen zur Schulung mitzubringen. Bei Bedarf werden den Patienten, zusätzlich zu den sechs Basismodulen in Zusammenarbeit mit dem Hausarzt und den jeweiligen Spezialisten auch vertiefte Einzelberatungen zu den Themen Rauchentwöhnung, Ernährung, Sauerstofftherapie, Atemtherapie, Trainings- und psychologische Beratung angeboten.


„Besser Leben mit COPD" - Team



Programmübersicht: „Besser Leben mit COPD"


Gruppenmodule und Einzelcoaching


Nebst den sechs interaktiven Gruppenmodulen sind die beiden persönlichen Gespräche mit der ärztlichen Programmleiterin sowie der Lungenphysiotherapeutin zu Beginn des Programms wichtige Grundbausteine für den Aufbau des Vertrauensverhältnisses. Mit jedem Teilnehmenden werden im Verlauf der Schulung in mindestens einer individuellen Sitzung die Massnahmen zur persönlichen Zielerreichung besprochen und relevante Fertigkeiten wie auch das richtige Verhalten und das korrekte Handeln bei einer Verschlechterung der COPD, anhand des persönlichen von ärztlicher Seite verordneten Aktionsplanes, überprüft und geübt.


Informationsfluss/ Koordinierte und proaktive Betreuung

Patienten und Zuweiser erhalten einen schriftlichen Abschlussbericht über den Schulungsverlauf sowie Empfehlungen und Instrumente für die weiterführende Behandlung. Die Teilnehmer werden nach dem Coaching in definierten zeitlichen Abständen mit proaktiven Folgeanrufen begleitet, um die während der Schulung erzielte Zuversicht und Motivation für eine Verhaltensänderung hinsichtlich prognostisch wichtiger Massnahmen im Alltag weiter zu unterstützen und bei Bedarf die notwendigen Massnahmen einzuleiten oder zu koordinieren.  Die proaktiven Folgeanrufe können vom Schulungsteam oder auch aus dem persönlichen gesundheitlichen Versorgungsnetzwerk des Patienten erfolgen.


Kernbotschaften

  • Selbstmanagement ist bei einer chronischen Krankheit wie der COPD keine Behandlungsoption – Es ist ein zentrales Behandlungsziel. Selbstmanagement umfasst die individuelle Fähigkeit, die Folgen einer chronischen Erkrankung - d. h. Symptome, Behandlung, körperliche und psychosoziale Folgen sowie notwendige Lebensstiländerungen - zu bewältigen. Dazu gehören die Fähigkeiten, seinen Zustand zu beobachten und kognitiv, im Verhalten und emotional so zu reagieren, dass Komplikationen vermieden und eine befriedigende Lebensqualität aufrechterhalten werden kann.
  • Das Gefühl der Selbstwirksamkeit ist ein wichtiger Schlüssel für eine langfristige Verhaltensänderung und besseres Selbstmanagement sowie die dadurch zu erzielenden positiven Auswirkungen auf die Betroffenen und das Gesundheitssystem.
  • Es ist notwendig, zwischen traditioneller/konventioneller Patientenschulung im Sinne einer Wissensvermittlung und einem Coaching, basierend auf kognitiv-verhaltenstherapeutischen Ansätzen zur Krankheitsbewältigung und Verhaltensänderung mit Förderung von Selbstmanagement inklusive Aktionsplänen, zu unterscheiden. Ein inhaltlich so aufgebautes und von entsprechend ausgebildeten Fachpersonen durchgeführtes Schulungsprogramm ist wirksam und verbessert Symptome und Lebensqualität sowie die Exazerbations-, Hospitalisations- und Rehospitalisationsraten.



Weitere Informationen


Flyer für Patienten "Besser Leben mit COPD" 2017
Information für zuweisende Ärzte
Anmeldung für zuweisende Ärzte
Informationsfilm: Ambulante pulmonale Rehabilitation
Guideline COPD mediX